26. Juni 2015

Perfektes Landbrot


Dieses Brot ist ein absoluter Genuss. Es hat eine schöne krosse Kruste und eine leckere saftige Krume. Ich habe nicht gedacht, dass man selbst ein so leckeres kräftiges Landbrot herstellen kann. Klar, man muss am Vortag daran denken, den Teig anzusetzen, es ist also kein spontaner Genuss. Aber die Vorfreude auf den nächsten Tag hat doch auch etwas. Und man weiß Brot auch wieder richtig zu schätzen. Außerdem duftet das ganze Haus danach und das Geräusch beim Anschneiden ist auch einfach unbeschreiblich. Also für mich ersetzt dieses Brot, einfach mit leckerer Sauerrahmbutter und ein wenig Meersalz bestrichen oder getunkt in ein Töpfchen mit gutem Olivenöl, ein paar Tröpfchen Balsamico und ein paar Meersalzflocken, jeden Grillabend. Und ich habe noch gar nicht erwähnt: es braucht nicht einmal geknetet zu werden, denn es handelt sich um ein no-knead-bread frei nach Jim Lahey.

Zutaten

für ein Brot von ca. 500 g

für den Teig
  • 200 g Weizenmehl Typ 550 (oder Typ 405)
  • 235 g Weizenmehl Typ 1050
  • 12 g Meersalz
  • 3 g frische Hefe
  • 350 ml zimmerwarmes Wasser

Zubereitung

Wichtig zu beachten ist, dass man dieses Brot immer erst am nächsten Tag essen kann. Vom Ansetzen des Teigs bis zum Anschneiden des Brotes vergehen mindestens 22 Stunden Wenn man das Brot also abends um 18:00 h essen möchte, muss man es am Vortag um ca. 20:00 h auf den Weg bringen.

In einer großen Schüssel Mehl und Salz verrühren. Dann die Hefe im Wasser auflösen und das Gemisch zum Mehlgemisch geben. Mit einem Teigschaber das Ganze so lange vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Den Teig mit Frischhaltefolie abdecken und bei Zimmertemperatur 18 Stunden gehen lassen. Danach sollte der Teig voller Bläschen sein und es sollten sich Fäden bilden, wenn man die Rührschüssel schräg hält.

Den Teig leicht bemehlen und mit einer Teigkarte auf ein bemehltes Stück Backpapier geben. Mit der Teigkarte alle vier Seiten des Teiges zur Mitte hin falten (wie einen Briefumschlag). Den Teig bemehlen, mit einer Folie abdecken und 15 Minuten ruhen lassen.

Nun ein Gärkörbchen großzügig mit Mehl oder Haferkleie bestreuen. Den Teig mit bemehlten Händen kopfüber (die Briefumschlagsnähte müssen nach unten) in das Körbchen heben. (Wenn man kein Gärkörbchen hat, kann man den Teig auch in ein eine normale Schüssel geben. Dann klebt er hinterher nur etwas mehr an dem Gefäß). Nun den Teig wieder mit Folie abdecken und weitere 2 Stunden gehen lassen.

Eine halbe Stunde vor Ende der Gehzeit den Backofen auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Beim Aufheizen gleich einen Bräter mit Deckel (Darauf achten, dass auch der Deckelknopf auf 260 °C erhitzt werden darf, sonst vorher abschrauben) auf der mittleren Schiene mit aufheizen.

Wenn der Ofen heiß ist, einen Gitterrost und einen Topfuntersetzer bereitlegen. Den (Achtung: superheiß!!) Topf mit Topflappen aus dem Ofen nehmen und auf den Rost stellen. Den Topfdeckel auf den Topfuntersetzer legen. Den Ofen schließen. Nun den Teig aus dem Gärkörbchen vorsichtig kopfüber in den Topf fallen lassen (Nähte sollen jetzt wieder nach oben!). Mit den Topflappen den Deckel auf den Topf legen und den Topf für 30 Minuten geschlossen (in der Zeit nicht öffnen!) in den Ofen geben. Danach mit Topflappen den Deckel vom Topf nehmen und wieder auf den Topfuntersetzer legen. Das Brot bei gleicher Temperatur im geöffneten Topf ca. 15 Minuten fertigbacken.

Das Brot bei gewünschter Färbung aus dem Ofen nehmen und darauf klopfen. Es muss sich hohl anhören, sonst ist es noch nicht gar! Das Brot vorsichtig aus dem kochendheißen Topf stürzen (am besten auf ein Handtuch, dann bleibt die schöne Kruste heil!) und dann mit der Oberseite nach oben auf dem Gitterrost abkühlen lassen.

Das Brot mindestens 1 Stunde ruhen lassen, bevor man es anschneidet, damit sich die Struktur der Krume festigen kann.

Dann das Brot anschneiden und mit Butter und Salz oder mit Olivenöl, Balsamicoessig und Meersalz oder mit Frischkäse und Kräutern.... genießen. Dazu ein Glas Wein oder ein leckeres kaltes Fläschchen Bier und man ist im Geniesserhimmel!!!!

VIEL SPASS wünscht...

Paulas Frauchen





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Kommentare :

Chrissie hat gesagt…

Hallo Paulas Frauchen,

ich will morgen dein Landbrot-Rezept ausprobieren, bzw. starten.
Sollte ich erfolgreich sein, würde ich gerne jetzt schon von dir wissen, ob du schon mal die doppelte Menge Brotteig verarbeitet hast.
Und wenn ja, inwieweit du die Garzeit verändert hast.

Schon mal vielen Dank vorab.

Liebe Grüße
Christiane

Paulas Frauchen hat gesagt…

Liebe Christiane,

das freut mich riesig, dass Du mein Landbrot-Rezept ausprobieren möchtest ;-) Ich habe bisher leider noch nie die doppelte Menge verarbeitet. Daher kann ich Dir leider keinen Tipp aus meiner Erfahrung her geben. Ich würde das große Brot auch bei geschlossenem Topf 30 Minuten backen und dann die Backzeit im geöffneten Topf solange verlängern, bis das Brot die gewünschte Farbe hat. Dann einmal auf die Brotoberfläche klopfen. Wenn es hohl klingt, ist es fertig (man muss nicht auf die Brotunterseite klopfen, um das zu hören.)Ich würde schätzen, dass sich die Backzeit nur um 10-20 Minuten verlängert.

Viel Spaß und berichte doch bitte, wie es gelaufen ist. Das würde mich total freuen!!!

Ganz liebe Grüße
Anja

Chrissie hat gesagt…

Liebe Anja,

ich hatte am Sonntag bereits geschrieben, aber mein Kommentar wurde nicht veröffentlicht (vielleicht habe ich was falsch gemacht beim Abschicken).

Also nochmal: dein Brot ist überlecker!!!
Ich habe es in einem (zugegebenermaßen etwas zu großen runden, neuen Bräter gebacken). Er ist aus Emaille und leitet die Hitze außergewöhnlich gut, mit der Folge, dass das Brot trotz Deckel bereits nach 30 Minuten Farbe angenommen hatte.

Damit es mir nicht zu dunkel wird, habe ich nach dem Entfernen des Deckels die Hitze auf 230° reduziert und weitere 15 Minuten gebacken.

Beim Stürzen aus dem Gärkörbchen (trotz guten Bemehlens) ist mir der Teig etwas zur Seite gekippt, was dem Ergebnis aber nicht geschadet hat. Das Gärkörbchen war noch ganz neu. Aber Übung macht den Meister :-).

Das nächste Mal backe ich erst mal die anderthalbfache Menge und werde das Brot mit Deckel 45 Minuten bei 250° und dann noch 15 Minuten bei 230°.

Fazit: ein Brot ohne lästiges Anstellgut, ohne Brühstück, ohne Sauerteig...einfach genial.

Vielen Dank nochmal!

Liebe Grüße
Christiane

Paulas Frauchen hat gesagt…

Liebe Christiane,

Deinen Kommentar von Sonntag habe ich leider nicht gekriegt :-( Danke, dass Du noch einmal geschrieben hast!

Ich freue mich riesig, dass Dir das Brot schmeckt!! Das ist so toll, so ein schönes Feedback zu bekommen!! Ganz ganz lieben Dank dafür!!! Und dann noch mit Rezept für ein größeres Brot! Perfekt!

Ganz ganz liebe Grüße
Anja