19. Januar 2016

Hühnercurry (und vom Glück, eigene Hühner zu halten...)

aus "Huhn & Ei" von Mark Diacono (s.u.)

Dieses Hühnercurry ist megalecker und total schnell zubereitet. Die Aromen sind einfach toll, wahrscheinlich, weil die Gewürze vor dem Mörsern noch leicht angeröstet werden. Einfach yummi! Das Rezept habe ich in dem tollen kleinen Ratgeber "Huhn & Ei" von Mark Diacono gefunden. Und bei der Gelegenheit möchte ich Euch von dem Glück berichten, eigene Hühner zu halten. Das macht einfach nur glücklich und ich kann jeden, der mit dem Gedanken spielt, nur ermutigen, sich zu trauen!




Keine Sorge, für das Gericht musste keins meiner sechs Hühner (und auch nicht der Hahn!) dran glauben, die ich jetzt seit ungefähr einem halben Jahr halte. Es sind wunderschöne Zwergwyandotten, die mir jede Menge Freude machen. Seit wir hier auf dem Land wohnen, hatte ich den Traum, eigene Hühner zu halten und für meine Rezepte Eier von glücklichen Hühnern zu verwenden. Und ich kann nur sagen, es ist noch toller als ich dachte!

Es ist einfach nur schön, die Hühner morgens aus dem Stall zu lassen und zu sehen, wie sie sich freuen und glücklich gurrend auf ihr Futter warten. Mittlerweile sind sie ganz zutraulich und kommen sofort angelaufen, wenn sie mich sehen. Der Hahn passt perfekt auf seine Damen auf und kräht, wenn sich jemand Unbekanntes nähert oder Raubvögel (wir haben hier Bussarde und Milane) am Himmel kreisen. Er ist ein besserer Wachhund als Paula ;-). Keine Frage, das Krähen ist nicht jedermanns Sache, aber ich für meinen Teil möchte es nicht mehr missen (und wir haben hier ja auch keine Nachbarn, die sich daran stoßen könnten).

Und nicht zu vergessen, es ist jedes Mal ein Fest, wenn ein Ei im Nest liegt. Wahrscheinlich auch, weil meine Hühner noch nicht alle Eier legen und wir deshalb bisher nur eine überschaubare Menge einsammeln können. Wer einmal ein Ei von einem eigenen Huhn gegessen hat, der möchte nie wieder ein anderes! Es schmeckt einfach nur klasse und macht glücklich!

Ein Nebeneffekt der Hühnerhaltung ist es auch, dass man sich noch einmal sehr genau bewusst macht, was Tierhaltung bedeutet. Bei mir käme ein Huhn oder Ei aus Käfighaltung nicht auf den Tisch. Wir essen nur sehr wenig Fleisch, aber ganz darauf zu verzichten, kann ich mir auch nicht vorstellen. Aber ein eigenes Huhn zu schlachten - mag ich auch nicht dran denken. Nächstes Frühjahr möchte ich gerne einmal Nachwuchs züchten. Eins meiner Hühner hatte schon im Winter Muttergefühle und wollte Eier ausbrüten, die ich ihr nur schweren Herzens wegnehmen konnte. Im Frühling soll sie es einmal versuchen. Ich kann es gar nicht erwarten, kleine plüschige Küken herumlaufen zu sehen. Spätestens dann, wenn es kleine Hähne werden, muss ich mir aber Gedanken machen, was mit ihnen passieren soll, wenn sie groß sind... Dann kommt das Thema Schlachten nochmal auf den Tisch, uah.

Wer wie ich schon einmal mit dem Gedanken gespielt haben sollte, im Garten ein paar Hühner zu halten und immer frische Frühstückseier zu haben, der sollte sich nicht davon abbringen lassen. Man wächst mit seinen Aufgaben und die Arbeit ist wirklich überschaubar. Nur Mut, man wird absolut belohnt! Es ist wirklich eine schöne Art, sein Leben zu bereichern! Und für alle Fragen und Sorgen gibt es jetzt ein ganz tolles Buch, dass ich allen Interessierten wirklich ans Herz legen möchte: "Huhn & Ei" von Mark Diacono ist ein toller Ratgeber, der praxisnah alles erklärt, was man über Hühner wissen muss.

Aber nun noch einmal zurück zum Curry ;-)) (natürlich mit Biohuhn aus artgerechter Haltung!!):

Zutaten

für etwa 4 Personen

für das Curry
  • 500 g Hühnerbrustfilet
  • 3 Muskatblütenhüllen (ich habe eine Messerspitze gemahlene Muskatblüte verwendet)
  • 9 grüne Kardamomkapseln
  • 6 schwarze Kardamomkapseln (falls vorhanden, ich habe sie nicht gekriegt und daher weggelassen, soll aber eine ganz tolle Geschmacksnote geben)
  • 1 Teel. Korianderkörner
  • 4 Essl. Pflanzenöl
  • 2 Zwiebeln, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • 3 Lorbeerblätter (ich habe noch 3 Kaffir Lime Leaves ergänzt)
  • 10 Gewürznelken (ich habe eine Messerspitze gemahlene Nelke verwendet)
  • 1/2 Teel. Chilipulver
  • 1/2 Teel. Kurkuma, gemahlen
  • 6 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
  • 800 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • Meersalz
  • 50 ml Rahm (ich habe stattdessen eine Dose Kokosmilch verwendet)
  • 1 Handvoll Koriandergrün, gehackt

Zubereitung

Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden und in der Pfanne in Pflanzenöl goldbraun anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.  (Wenn man Reste von gekochtem Huhn hat, kann man sie auch wunderbar für dieses Gericht verwenden!)

Die Muskatblüten, die Korianderkörner und die Kardamomkapseln in einer trockenen Pfanne bei leichter bis mittlerer Hitze leicht rösten, damit sie ihr Aroma optimal entfalten. Dann die Gewürze im Mörser grob zerstoßen.

In die Pfanne, in der man zuvor das Fleisch angebraten hat, erneut ein wenig Pflanzenöl geben und bei mittlerer Hitze die Zwiebeln anbraten, bis sie weich aber nicht braun sind. Die gerösteten Gewürze, die Lorbeerblätter (und die Lime Leaves, wenn man mag...), Gewürznelken, Chilipulver, Kurkuma, Knoblauch und Ingwer hinzufügen und weitere 5 Minuten unter gelegentlichem Umrühren dünsten.

Die Dosentomaten in die Pfanne geben und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Unter gelegentlichem Umrühren alles ca. 10 Minuten leicht köcheln lassen. Vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen. Dann alles im Mixer ganz glatt pürieren. (So steht es im Rezept! Mir war das aber zu heikel, ob mein Mixer die Lorbeer- und Limeblätter auch klein kriegt, daher habe ich sie vor dem Pürieren herausgenommen und hinterher wieder hinzugefügt).

Die Sauce zurück in die Pfanne geben und den Rahm (bzw. wie bei mir die Kokosmilch) einrühren. Dann das Hühnerfleisch zugeben und alles noch einmal aufkochen lassen. Nochmals abschmecken und mit Koriander bestreut servieren. Dazu passt Basmatireis.

VIEL SPASS wünscht...

Paulas Frauchen





zum Buch:

Dieses Handbuch ist der perfekte Ratgeber, wenn man sich mit dem Gedanken anfreundet, ein paar Hühner im Garten zu halten. Man lernt die unterschiedlichen Rassen und ihre Vorzüge kennen, erfährt etwas über Bau und Beschaffenheit des Stalls sowie über die artgerechte Haltung von Hühnern insgesamt. Mark Diacono beschreibt die Eigenheiten der Tiere, wie sie gefüttert werden, welche gesundheitlichen Probleme auftreten können und er klammert auch das Thema des Schlachtens und Zerlegens der Hühner nicht aus. Komplettiert wird das Ganze mit 30 tollen Rezepten für Huhn- und Eiergerichte.

Ich wünschte, es hätte dieses schlaue Büchlein schon gegeben, als ich meine Hühner angeschafft habe. Das hätte mir eine Menge Internetrecherche erspart. Die Bücher über Hühnerhaltung, die damals auf dem Markt waren, haben mir nicht so zugesagt. Aber auch jetzt, nachdem ich die Hühner schon ein halbes Jahr halte, gibt es andauernd Gelegenheiten, in diesen kleinen Ratgeber zu schauen. Ist es schlimm, wenn Matsch an den Hühnerfüßen klebt? Welches Futter brauchen die Hühner in welcher Wachstumsphase? Kann man Küken mit einer Glucke aufziehen oder braucht man unbedingt einen Brutkasten? So kann ich stundenlang weiter machen... All diese Fragen stellt man sich früher oder später als Hühnerhalter und alle werden in "Huhn & Ei" beantwortet.

Ich danke dem AT-Verlag sehr herzlich, dass er mir dieses tolle kleine Buch zur Verfügung gestellt hat, damit ich es Euch hier vorstellen konnte. Ich glaube, es ist rübergekommen, dass ich es klasse finde!

Mark Diacono
Huhn & Ei
Haltung, Rassen und Rezepte
River Cottage Handbuch
Mit einem Vorwort von Hugh Fearnley-Whittinstall

256 Seiten, 142 Farbfotos
Gebunden
€ 19,95
ISBN 978-3-03800-881-1
November 2015



Copyright:

Fotos: Mark Diacono
Illustrationen: Toby Atkins
Entnommen aus dem Buch "Huhn & Ei", AT-Verlag

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